Eine Begegnung, die alles veränderte
Wir bei Urwaldkaffee verkaufen nicht einfach nur Kaffeebohnen. Wir erzählen Geschichten von Partnerschaft, Spiritualität und dem Erhalt der Natur. Alles begann 2014, als unser Gründer Oliver Driver nach einer bewegten Karriere als Ingenieur in der der Bau- und Immobilienwirtschaft und einer tiefgreifenden persönlichen Krise auf die weisen Mamas (spirituelle Anführer) der Kogi aus Kolumbien traf. Sie suchten keinen Spender, sondern einen Partner auf Augenhöhe, um ihre Botschaft und ihren Kaffee in die Welt zu bringen. Aus diesem Impuls heraus wurde Urwaldkaffee geboren.
Über uns – Warum wir tun, was wir tun
- Echter Direct Trade: Wir importieren direkt und kennen unsere Partner persönlich. Kein anonymer Handel über Börsen, sondern echte Gesichter.
- Hüter der Erde: Mit dem Kauf unseres Kaffees unterstützt Du die Kogi dabei, ihr heiliges Land in der Sierra Nevada de Santa Marta zurückzukaufen.
- Waldkaffeeprinzip: Unsere Kaffees wachsen im Einklang mit der Natur unter schattigen Urwaldbäumen, nicht auf kahlen Monokultur-Plantagen.
Oliver Driver: Der Ingenieur, der bei den Schamanen lernte
Oliver Driver ist ein Macher. Vom Bauingenieur zum Buchautor und Coach – seine Suche nach dem ‚Warum‘ führte ihn schließlich zu den indigenen Völkern Südamerikas. Diese Akribie, mit der er früher Immobilien entwickelte und baute, nutzt er heute, um die Lieferketten von Urwaldkaffee so transparent und nachhaltig wie möglich zu gestalten. Was 2015 mit 15 Tonnen Rohkaffee begann, hat sich zu einem Herzensprojekt entwickelt, das heute rund 80 Händler, ein eigenes Ladenlokal in Köln und Kaffeeliebhaber in ganz Europa erreicht.
Oliver Driver über seine Motivation
Warum ich tue, was ich tue?
Es war purer Zufall: Eigentlich wollte ich die mysteriösen Schamanen der Kogi treffen, um von ihren Geheimnissen zu lernen. Doch sie suchten keine Schüler – sie suchten einen Partner, um ihren Kaffee in die Welt zu bringen. Heute weiß ich: Es ist die spannendste Aufgabe meines Lebens.
Der Unterschied zu vielen anderen Röstern ist simpel: Wir sind nicht über das Produkt zum Kaffee gekommen, sondern über die Menschen. Während andere ihren Rohkaffee bei Importeuren in Hamburg oder Bremen bestellen, basiert Urwaldkaffee auf persönlichen Kontakten und echtem Vertrauen. Mein Ziel ist es, herausragende Kaffees indigener Völker zu entdecken und gemeinsam mit ihnen eine Qualität zu liefern, die ihre Kultur schützt und wichtige Ziele vor Ort finanziert.
Es geht mir nicht darum, einfach nur einen weiteren guten Kaffee zu verkaufen. Unser Ziel ist der vielleicht nachhaltigste Kaffee der Welt – produziert in echter Partnerschaft. Die Kogi sollen ihr Leben, ihre Spiritualität und ihre Sprache genau so bewahren können, wie sie es seit Jahrhunderten tun.
Jede Bohne, die wir importieren, ist als Waldkaffee im Einklang mit der Natur unter schattigen Bäumen gewachsen. Unsere Kaffees sind „Direct Trade“ in seiner reinsten Form. Wir verzichten dabei bewusst auf viele industrielle Siegel, die oft in der Kritik stehen. Statt in Zertifikate investieren wir lieber direkt in die Menschen und ihre Ausbildung. Mit jedem CAFÉ KOGI verbreiten wir eine Botschaft: Es ist möglich, hochwertige Produkte im Einklang mit der Natur zu erzeugen, ohne sie auszubeuten.
Entdecke die Kaffees der Kogi!
Die erste Begegnung: Wenn das Schicksal die Fäden zieht
Es war Ende 2013, als ich Máma José Gabriel, einem der spirituellen Oberhäupter der Kogi, zum ersten Mal gegenüberstand. Er war auf Einladung des damaligen kolumbianischen Botschafters und Umweltaktivisten Juan Mayr in Deutschland, um einen Partner zu finden – einen Partner für ein Projekt, das weit über den bloßen Handel hinausgehen sollte.
Obwohl die Kogi weder Englisch noch nennenswert Spanisch sprachen, war ihre Botschaft in jenem Vortrag glasklar: Sie sprachen über einen tiefenökologischen Ansatz, in dem Kaffee nicht als Ware, sondern als Medium für spirituelle Heilung und den Schutz der Natur dient. Ein unheimlicher Zufall? Während dieser Begegnung holte mich meine eigene Vergangenheit ein. 18 Jahre zuvor war ich als junger Backpacker in Kolumbien gescheitert, als ich versuchte, genau diese Berge der Sierra Nevada zu erkunden – damals stoppten mich die Warnungen vor Guerillas und Drogenkartellen.
Doch das Erstaunlichste geschah 2016: Ich fand auf meinem alten Computer eine Datei aus dem Jahr 1998. Darin lagen zehn geschriebene Seiten einer fiktiven Geschichte, die ich damals verfasst hatte. Das Thema? Eine Reise in die Sierra Nevada und mein Besuch bei den indigenen Völkern dort. Ich bekam eine Gänsehaut. Hatte das Schicksal diesen Kontakt schon vor Jahrzehnten geplant, lange bevor ich wusste, wer die Kogi überhaupt sind?
Hüter der Erde: Eine Mission, die Sinn stiftet
Die Kogi sehen sich selbst als die „Älteren Brüder“ der Menschheit. Ihre Aufgabe ist es, das Gleichgewicht der Welt zu wahren und die Erde zu heilen. Wir – die moderne Zivilisation – sind in ihren Augen die „Jüngeren Brüder“, die den Kontakt zur Natur verloren haben.
Um ihre jahrtausendealte Kultur zu bewahren, verfolgen die Kogi ein klares Ziel: Sie nutzen die Gewinne aus dem Kaffeeanbau, um ihr angestammtes Land und ihre heiligen Plätze zurückzukaufen. Diese Orte – Flussmündungen, Seen, Felsen und Hügel – wurden ihnen über 500 Jahre hinweg geraubt. Für die Kogi ist der Rückerwerb dieser Plätze keine politische Forderung, sondern eine spirituelle Notwendigkeit: Nur dort können sie die Rituale vollziehen, die das Wohl der gesamten Erde sichern.
Vom Spontanentschluss zur Lebensaufgabe
Fasziniert von dieser absolut fremden und doch so weisen Kultur, ging ich nach dem Vortrag nach vorne. Mit meinen wenigen Brocken Spanisch und einer großen Portion Intuition sagte ich spontan: „Ich möchte dabei sein.“
Mir war sofort klar: Es gibt viele hervorragende Kaffees auf der Welt, aber die Geschichte der Kogi ist einzigartig. Es war ein Projekt, das endlich wirklich Sinn ergab. Máma José Gabriel begegnete meinem Enthusiasmus zunächst mit stoischer Gelassenheit. Er grummelte nur, dass ich wohl erst einmal in die Sierra Nevada reisen müsse – und sprach damit eine Einladung aus, die mein Leben verändern sollte.
Die darauffolgenden Wochen verbrachte ich mit dem Versuch, per E-Mail Details zu klären, doch ihr kolumbianischer Begleiter blieb kryptisch: „Du musst erst kommen, um zu verstehen.“ Heute, nach vielen Reisen in das Herz der Sierra Nevada, weiß ich genau, was er damit meinte.
Entdecke die Kaffees der Kogi!
Doris (seine Frau) über Oliver
Oliver macht das, wovon andere nur reden: Er lebt seine Träume. Wenn er eine Idee hat, setzt er sie um – oft so schnell, dass ich kaum Zeit habe, mich an den Gedanken zu gewöhnen. Er besitzt eine seltene Mischung aus Mut, Kreativität und der Fähigkeit, Projekte akribisch bis zum Start zu planen. Als freiheitsliebender Geist braucht er den Raum, morgens spontan zu entscheiden, wohin ihn sein Weg führt. Sein Weg war nie geradlinig.
Ob er für eine Auswanderung nach Mexiko seine Karriere und Eigentumswohnung aufgab oder später als Ingenieur alles stehen ließ, um eine Coaching-Praxis zu eröffnen – für Oliver zählt nur die neue Leidenschaft. Wobei wohl ein wenig Leiden im Alten dazu gehört, etwas neues zu wagen...
Ein Schlüsselerlebnis war die Begegnung mit einem Schamanen, der seine chronischen Rückenleiden heilte. Oliver musste der Sache auf den Grund gehen, lernte von Weisen weltweit und schrieb Bücher über diese unsichtbare Welt. Was ich nicht versucht habe, werde ich später bereuen – das ist sein Credo. Als er dann – scheinbar zufällig – auf die Kogi traf, änderte sich alles. Ohne viel Aufhebens buchte er einen Flug nach Kolumbien. Während ich vor Sorge um ihn Todesängste ausstand, bastelte er bereits an einem Businessplan.
Zurück in Deutschland nahm er einen Kredit auf, und plötzlich waren wir Inhaber einer Kaffeeimportfirma. Es erstaunt mich immer wieder, wie ihm Dinge gelingen, von denen er anfangs keine Ahnung hatte. Mit einer fast jungfrau-typischen Akribie dreht er Videos, baut Onlineshops und wurde in wenigen Jahren zum Kaffeespezialisten. Wenn er heute sagt „Wenn ich jünger wäre, würde ich noch…“, hoffe ich einfach nur, dass uns dieses wunderbare Kaffeeprojekt noch viele Jahre erhalten bleibt.