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Botanik & Anbau

Arabica vs. Robusta: Die biologischen Unterschiede

05. Februar 2024

In der Kaffeewelt dominieren zwei Arten: Coffea Arabica und Coffea Canephora (Robusta). Arabica wächst in kühleren Hochlagen, hat 44 Chromosomen und ist für ihre feinen Säuren und komplexe Aromatik bekannt. Robusta hingegen besitzt nur 22 Chromosomen, gedeiht im Flachland und ist deutlich widerstandsfähiger gegen Schädlinge. Der biologische Clou: Robusta hat fast den doppelten Koffeingehalt, was der Pflanze als natürliches Insektenschutzmittel dient. Während Arabica durch Eleganz besticht, punktet Robusta mit Körper und einer hervorragenden Crema. Es gibt kein besser oder schlechter, beide Arten haben ihre Berechtigung. Viele Kunden mögen einen ordentlichen Robusta-Anteil in ihrem Espresso.


Die Kaffeekirsche: Anatomie von der Schale bis zur Bohne

20. Februar 2024

Was wir als Bohne rösten, ist eigentlich der Kern einer Frucht. Die Kaffeekirsche besteht von außen nach innen aus der Exokarp (Haut), der Mesokarp (Fruchtfleisch/Pulpe) und einer klebrigen Schleimschicht (Muzilage). Danach folgt die Pergamenthaut, die die eigentliche Bohne schützt. Ganz eng an der grünen Bohne liegt zudem das hauchdünne Silberhäutchen. Meist liegen zwei Bohnen mit den flachen Seiten zueinander in der Kirsche – ein faszinierendes Wunderwerk der Natur, das viele Schutzschichten braucht.


Der "Coffee Belt": Warum Kaffee nur am Äquator wächst

05. März 2024

Kaffeepflanzen sind kleine Diven, wenn es um das Klima geht. Sie brauchen konstante Temperaturen zwischen 18 und 25 Grad, viel Regen und absolut keinen Frost. Deshalb findet man sie ausschließlich im "Kaffeegürtel" zwischen dem 23. Breitengrad Nord und dem 25. Breitengrad Süd. Länder wie Äthiopien, Brasilien oder Vietnam bieten genau diese Bedingungen. Der Gürtel garantiert die nötige Sonneneinstrahlung, damit die Kirschen langsam reifen und ihre komplexen Zuckerverbindungen entwickeln können.


Urwaldkaffee: Warum im Wald wachsender Kaffee den Geschmack verbessert

18. März 2024

Kaffee muss nicht auf kahlen Plantagen in der prallen Sonne wachsen. Im Gegenteil: Urwaldkaffee wächst im Schatten großer Bäume, was die Reifezeit der Kirschen verlängert. Durch die langsamere Entwicklung haben die Bohnen mehr Zeit, Nährstoffe und komplexe Aromen einzulagern. Zudem schützt der Wald die Biodiversität, erhält den natürlichen Humus und macht chemischen Dünger oft überflüssig. Der Kaffeebaum zieht sein Wissen von den anderen Bäumen, seine Aromen werden durch die im Wald wachsenden Früchte beeinflusst. Das Ergebnis ist ein ökologisch wertvoller Kaffee mit einer deutlich tieferen Aromenstruktur.


Terroir: Wie Bodenbeschaffenheit und Klima das Aroma prägen

02. April 2024

Wie beim Wein spielt das "Terroir" eine entscheidende Rolle. Ein Kaffee aus vulkanischem Boden in Guatemala schmeckt völlig anders als eine Bohne von den sandigen Böden Brasiliens. Mineralien im Boden, die jährliche Regenmenge und die Intensität der UV-Strahlung prägen die chemische Zusammensetzung der Bohne. Terroir ist der Grund, warum Kaffee-Kenner eine Herkunft blind am Geschmack erkennen können – es ist die geografische Handschrift in deiner Tasse.


Varietäten-Check: Tradition vs. Hybride

15. April 2024

Kaffee-Varietäten sind wie Apfelsorten. Alte Traditionals wie Typica oder Bourbon liefern herausragenden Geschmack, sind aber anfällig für Krankheiten. Um den Kaffeebau zu sichern, entwickeln Forscher Neuzüchtungen und Hybride wie Castillo oder F1-Hybride. Diese kombinieren die Geschmacksqualität der Arabica mit der Widerstandskraft der Robusta. Ziel ist es, den Klimawandel zu überstehen, ohne dass wir auf das gewohnte Aroma verzichten müssen. Urwaldkaffee verzichtet auf diese Züchtungen. Alte Sorten, die im Wald wachsen und wo die alten Bäume ihr Wissen an die jungen Bäume weitergeben können, können so sehr gut leben.


Wildkaffee: Der Ursprung aus den Wäldern Äthiopiens

30. April 2024

Der Geburtsort des Kaffees liegt in den dichten Wäldern Äthiopiens, in Regionen wie Kaffa oder Jimma. Dort wächst Kaffee noch heute wild im Unterholz, ohne dass der Mensch ihn gepflanzt hat. Diese genetische Vielfalt ist ein unschätzbarer Schatz, da viele dieser Wildtypen Resistenzen besitzen, die wir für die Zukunft brauchen könnten. Wildkaffee schmeckt oft wild, blumig und hat eine Komplexität, die kultivierte Sorten kaum erreichen.


Anbauhöhe: Warum Kaffee besser wird, je höher er wächst

12. Mai 2024

In der Kaffeewelt gilt oft: Höhe ist gleich Qualität. Ab ca. 1.200 Metern über dem Meeresspiegel ist die Luft dünner und die Nächte kühler. Die Kaffeepflanze wächst langsamer und die Kirschen reifen über einen längeren Zeitraum. Diese "Stressphase" führt dazu, dass die Bohne eine höhere Dichte entwickelt und mehr Säuren und Zucker konzentriert. Hochlandkaffees sind daher meist spritziger, aromatischer und wertvoller als Tieflandkaffees.



Ernte & Aufbereitung (Vom Baum zum Sack)

Picking vs. Stripping: Warum Handarbeit den Unterschied macht

01. Juni 2024

Bei der Ernte gibt es zwei Welten. Beim "Stripping" werden alle Kirschen eines Astes auf einmal abgestreift – reife, grüne und überreife landen zusammen im Korb. Beim "Picking" hingegen werden nur die perfekt roten Kirschen einzeln von Hand gepflückt. Das bedeutet zwar einen enormen Mehraufwand und mehrere Durchgänge pro Baum, garantiert aber eine homogene Qualität ohne bittere Unreife. Für Spezialitätenkaffee ist selektives Picking alternativlos.


Washed Process: Wie die nasse Aufbereitung für klare Aromen sorgt

15. Juni 2024

Bei der nassen Aufbereitung ("washed") wird das Fruchtfleisch direkt nach der Ernte mechanisch entfernt. Die Bohnen fermentieren danach in Wassertanks, um letzte Reste der klebrigen Schicht zu lösen. Dieser Prozess benötigt viel Wasser und Präzision, führt aber zu einem besonders "sauberen" und klaren Geschmackserlebnis. Gewaschene Kaffees betonen die feinen, oft zitrischen Säuren und die pure Charakteristik der Sorte ohne störende Beigeschmäcker.


Natural Process: Warum sonnengetrocknete Kaffees so süß schmecken

02. Juli 2024

Die älteste Methode der Welt: Die Kirschen werden als Ganzes in der Sonne getrocknet. Während der Trocknung wandert der Zucker aus dem schrumpfenden Fruchtfleisch direkt in die Bohne. "Naturals" schmecken daher oft intensiv süß und erinnern an Beeren, getrocknete Früchte oder Wein. Es ist eine riskante Methode, die viel Aufmerksamkeit erfordert, aber bei Erfolg eine wahre Fruchtbombe in die Tasse zaubert.


Honey Process: Der goldene Mittelweg der Aufbereitung

20. Juli 2024

Der Name kommt von der klebrigen Schicht (Muzilage), die beim Trocknen an der Bohne bleibt und an Honig erinnert. Es ist eine Hybrid-Methode: Die Haut wird entfernt, aber ein Teil des Fruchtfleisches darf mit der Bohne in der Sonne trocknen. Geschmacklich vereint dies das Beste aus zwei Welten: die Klarheit eines gewaschenen Kaffees gepaart mit der sirupartigen Süße und dem vollen Körper eines Naturals.


Fermentation: Wie Mikroorganismen das Geschmacksprofil verändern

05. August 2024

Fermentation ist kein Zufall, sondern ein mächtiges Werkzeug. Mikroorganismen wie Hefen und Bakterien spalten während der Aufbereitung Pektine auf und erzeugen dabei neue Aromastoffe. Moderne Farmer experimentieren heute mit "anaerober" Fermentation unter Luftabschluss. Dadurch lassen sich völlig neue, exotische Geschmacksnoten wie Zimt, Ananas oder Joghurt im Kaffee entwickeln, die man früher für unmöglich gehalten hätte.


Das Trocknen: Warum die Restfeuchte der Bohne entscheidend ist

19. August 2024

Nach der Aufbereitung ist das Trocknen der kritischste Schritt. Die Bohnen müssen langsam und gleichmäßig auf eine Restfeuchte von etwa 10–12 % heruntergetrocknet werden. Bleiben sie zu feucht, droht Schimmel; werden sie zu trocken, verlieren sie ihre Vitalität und schmecken später holzig. Auf "Raised Beds" (erhöhten Trockentischen) wird der Kaffee ständig gewendet, um die perfekte Balance für den langen Transportweg zu finden.



Röstung & Chemie (Das Handwerk)

Die Maillard-Reaktion: Das Geheimnis der Röstaromen

20. September 2024

Ab etwa 140 Grad Celsius beginnt im Röster die Maillard-Reaktion. Hierbei reagieren Aminosäuren und reduzierender Zucker zu neuen Verbindungen. Es entstehen hunderte Aromastoffe und die typische braune Farbe. Ohne diese Reaktion würde Kaffee nur nach Gras und Getreide schmecken. Es ist der magische Moment, in dem die Bohne ihren Charakter von einer grünen Pflanze zu einem komplexen Genussmittel wandelt.


First Crack: Der Moment, in dem die Bohne "aufpoppt"

05. Oktober 2024

Nach etwa 8–10 Minuten im Röster hört man ein deutliches Knacken – den First Crack. Das im Inneren gestaute Wasser verdampft schlagartig, der Druck lässt die Bohne aufbrechen und sie vergrößert ihr Volumen fast um das Doppelte. Ab diesem Moment ist der Kaffee genießbar. Der Röster entscheidet nun sekundengenau, wann er die Bohnen kühlt, um das perfekte Gleichgewicht zwischen Säure und Süße zu finden.


Helle vs. dunkle Röstung: Fruchtige Säure gegen schokoladige Bitterkeit

18. Oktober 2024

Helle Röstungen bewahren die fruchtigen Eigenaromen und Säuren der Bohne – ideal für moderne Filterkaffees. Dunkle Röstungen hingegen bauen Säuren ab und entwickeln kräftige Bitterstoffe sowie intensive schokoladige Röstaromen, was perfekt für einen klassischen Espresso ist. Zu dunkel darf es jedoch nicht werden, sonst schmeckt man am Ende nur noch Kohle statt der wertvollen Bohne.


Frische: Warum Kaffee nach dem Rösten "ausgasen" muss

02. November 2024

Frisch gerösteter Kaffee ist eigentlich noch gar nicht bereit für die Tasse. Während der Röstung bildet sich viel CO₂, das in den ersten Tagen erst entweichen muss (Degassing). Würde man ihn sofort brühen, würde das Gas die Extraktion behindern und der Kaffee oft scharf oder metallisch schmecken. Nach etwa einer Woche erreicht der Kaffee seinen "Sweet Spot", an dem er seine volle Aromenpracht harmonisch entfaltet.


Lagerung: Warum der Kühlschrank der Feind deiner Bohnen ist

15. November 2024

Ein weit verbreiteter Irrtum: Kaffee hält sich im Kühlschrank länger frisch. Das Gegenteil ist der Fall! Kaffee ist hygroskopisch und saugt Feuchtigkeit sowie Fremdgerüche auf. Zudem kondensiert Wasser an den Bohnen, sobald man die Dose herausnimmt. Das Ergebnis ist muffiger Kaffee, der nach den Lebensmitteln in deiner Umgebung schmeckt. Lagere deinen Kaffee lieber trocken, dunkel und bei konstanter Zimmertemperatur.


Lagerung II: Warum Du den Kaffee besser in der Tüte lässt

28. November 2024

Viele schütten ihren Kaffee in schicke Glas- oder Keramikdosen um. Doch beim Umfüllen kommt jede Bohne mit Sauerstoff in Kontakt, was die Oxidation beschleunigt. Moderne Kaffeetüten haben ein Einwegventil, das Gase rauslässt, aber keinen Sauerstoff rein. Unser Rat: Lass den Kaffee in der Originaltüte, drück die Luft raus und verschließe sie fest. Unsere Tüten sind etwas teurer und haben dafür einen Zip-Verschluss. So bleibt das Aroma am längsten geschützt.



Zubereitung & Equipment (Zuhause genießen)

Mahlgrad-Guide: Warum die Partikelgröße über Sieg oder Niederlage entscheidet

10. Dezember 2024

Die Mühle ist oft wichtiger als die Kaffeemaschine selbst. Der Mahlgrad bestimmt die Kontaktfläche für das Wasser. Für die French Press brauchen wir groben Mahlgrad wie Meersalz, für den Espresso extrem feinen wie Puderzucker. Ist der Mahlgrad falsch, schmeckt der teuerste Kaffee entweder wässrig-sauer (unterextrahiert) oder unangenehm bitter-pelzig (überextrahiert). Konsistenz ist hier der Schlüssel zum Erfolg.


Die Bedeutung des Wassers: Warum Kalk den Kaffeegeschmack ruiniert

28. Dezember 2024

Kaffee besteht zu etwa 98 % aus Wasser. Ist dieses zu kalkhaltig, neutralisiert das Calcium die feinen Fruchtsäuren des Kaffees. Er schmeckt dann flach, erdig und oft unnötig bitter. Ideal ist eine Wasserhärte im mittleren Bereich. Ein einfacher Tischwasserfilter wirkt hier oft Wunder und lässt Aromen in deiner Tasse erblühen, die vorher unter einer Kalkschicht verborgen blieben.


Der Espresso-Extraktion: Was ist Unter- und Überextraktion?

10. Februar 2025

Ein perfekter Espresso ist ein Balance-Akt. Läuft er zu schnell durch, schmeckt er meist salzig und unangenehm sauer (Unterextraktion). Tröpfelt er mühsam heraus und braucht zu lange, schmeckt er brandig und bitter (Überextraktion). Ziel sind ca. 25–30 ml in etwa 25–30 Sekunden. Schmecke deinen Espresso bewusst: Er sollte süß, balanciert und intensiv sein, ohne dich im Abgang zu erschlagen.


Cold Brew: Warum Kaltextraktion 12–24 Stunden Zeit braucht

28. März 2025

Cold Brew ist kein kalter Kaffee, sondern kalt extrahierter Kaffee. Grob gemahlenes Pulver zieht für 12 bis 24 Stunden in kaltem Wasser. Da keine Hitze im Spiel ist, werden kaum Bitterstoffe und harte Säuren gelöst. Das Ergebnis ist ein extrem milder, oft schokoladiger Extrakt, der pur auf Eis oder mit einem Schuss Milch fantastisch schmeckt und im Kühlschrank problemlos eine Woche haltbar bleibt.



Sensorik & Wissen (Der Profi-Blick)

Cupping: Wie Profis Kaffee verkosten und bewerten

15. April 2025

Beim Cupping wird Kaffee weltweit standardisiert bewertet. Der Kaffee wird grob gemahlen, mit Wasser aufgegossen und nach einer Wartezeit mit speziellen Löffeln geschlürft. Das laute Schlürfen ist wichtig: Es zerstäubt den Kaffee im Mund, damit alle Geschmacksknospen und die Nase gleichzeitig erreicht werden. So werden Qualität, Süße und eventuelle Defekte für Einkäufer objektiv vergleichbar.


Das Aromarad: Wie man lernt, Beeren, Nüsse oder Blumen herauszuschmecken

02. Mai 2025

"Schmeckt nach Kaffee" ist Profis zu wenig. Das Aromarad hilft uns, die richtigen Begriffe zu finden. Wir arbeiten uns von innen nach außen vor: Schmeckt es fruchtig? Wenn ja, eher nach Beeren oder Zitrus? Es geht nicht darum, sofort "Recht" zu haben, sondern bewusste Assoziationen zu wecken. Das Aromarad ist dein Kompass bei der Entdeckung der enormen Geschmacksvielfalt hochwertiger Bohnen.


Säure im Kaffee: Warum gute Säure nichts mit Magenschmerzen zu tun hat

20. Mai 2025

Viele Kunden fürchten Säure, dabei ist sie das Skelett eines lebendigen Kaffees. Wir unterscheiden zwischen "schlechter" Säure aus minderwertigen Bohnen und "guter" Säure, wie wir sie von einer reifen Orange kennen. Diese feine Säure bringt Struktur und Frische. Magenschmerzen kommen meist von Reizstoffen in zu kurz geröstetem Industriekaffee, nicht von der natürlichen Säure hochwertiger, langzeitgerösteter Arabicas.


Koffeingehalt: Wer gewinnt – Espresso oder Filterkaffee?

05. Juni 2025

Wer macht schneller wach? Ein Espresso schmeckt zwar konzentrierter, aber pro Portion hat ein klassischer Becher Filterkaffee (ca. 200 ml) oft mehr Koffein. Das liegt an der größeren Gesamtmenge Kaffee und der deutlich längeren Kontaktzeit des Wassers mit dem Pulver. Während der Espresso ein kurzer, intensiver Kick ist, ist der Filterkaffee eher der Ausdauerläufer unter den Muntermachern.


Entkoffeinierter Kaffee: Das Sugar Cane-Verfahren

18. Juni 2025

Vergiss chemische Lösungsmittel! Beim Sugar Cane Verfahren (Ethylacetat) wird ein natürliches Nebenprodukt der Zuckerrohrverarbeitung genutzt. Die Bohnen werden sanft gedämpft und mit diesem natürlichen Extrakt gewaschen, der das Koffein selektiv bindet und entfernt. Das Ergebnis ist ein "Decaf", der seine natürliche Süße und seinen vollen Charakter behält – ohne den typischen chemischen Beigeschmack alter Entkoffeinierungsmethoden.


Entkoffeinierter Kaffee II: Die Kraft des Quellwassers

02. Juli 2025

Eine weitere Premium-Methode ist die Entkoffeinierung mit reinem Quellwasser. Hierbei wird das Koffein durch Osmose entzogen, ganz ohne chemische Hilfsmittel. Das Wasser wird so mit Kaffee-Inhaltsstoffen gesättigt, dass es beim Waschvorgang nur noch das Koffein aus den neuen Bohnen herauslösen kann. Es ist die wohl schonendste Methode für Mensch und Natur, um den vollen Kaffeegeschmack auch ohne Koffein zu bewahren.


Single Origin vs. Blend: Sortenreinheit gegen Harmonie

15. Juli 2025

Ein Single Origin stammt von einer einzigen Farm oder Region – er ist ein Charakterkopf mit Ecken und Kanten, der sein Terroir stolz präsentiert. Ein Blend (Mischung) ist hingegen auf Balance getrimmt. Er soll das ganze Jahr über konstant schmecken und kombiniert die Stärken verschiedener Bohnen, zum Beispiel den Körper aus Brasilien mit dem Aroma aus Äthiopien. Für Espresso lieben wir oft Blends, für Filterkaffee die pure Individualität.


Specialty Coffee: Was definiert einen "Spezialitätenkaffee"?

30. Juli 2025

Nicht jeder gute Kaffee darf sich "Specialty" nennen. Dieser Titel wird nur vergeben, wenn ein Kaffee beim offiziellen Cupping nach SCA-Standard mindestens 80 von 100 Punkten erreicht. Das setzt absolute Perfektion in jedem Schritt voraus: vom Anbau über die Ernte bis zur Röstung. Specialty Coffee ist ein Qualitätsversprechen für absolute Fehlerfreiheit und ein außergewöhnlich komplexes Aromenprofil in deiner Tasse.



Nachhaltigkeit & Trends (Verantwortung)

Direct Trade: Warum direkter Handel besser als nur "Fair Trade" ist

12. August 2025

Während Fair Trade wichtige Mindestpreise garantiert, geht Direct Trade einen entscheidenden Schritt weiter. Wir kaufen direkt beim Farmer ein, ohne Zwischenhändler. Das bedeutet: Wir zahlen Preise, die weit über dem Fair-Trade-Niveau liegen, und erhalten dafür exklusive Qualitäten. Direct Trade baut echte Partnerschaften auf Augenhöhe auf und sorgt dafür, dass das Geld genau dort ankommt, wo die harte Arbeit geleistet wird.


Bio-Anbau: Was ist das Bio-Siegel heute noch wert?

28. August 2025

Ein Bio-Siegel garantiert den Verzicht auf Pestizide. Doch viele kleine Farmer arbeiten nach strengen ökologischen Prinzipien, können sich aber die teure Zertifizierung schlicht nicht leisten. Wir schauen daher über das reine Siegel hinaus: Wie gesund ist der Boden wirklich? Wie wird gedüngt? Echter ökologischer Anbau ist aktiver Klimaschutz und sorgt für gesunde Pflanzen sowie eine faire Arbeitsumgebung für die Erntehelfer vor Ort. Das Bio-Siegel ist heute nur noch interessant für die die Industriemarken, die damit Mindestkriterien erfüllen.


Cascara: Der erfrischende Tee aus der Kaffeekirsche

10. September 2025

Cascara ist ein Aufguss aus den getrockneten Schalen der Kaffeekirsche. Früher oft als Abfallprodukt entsorgt, ist es heute ein echtes Trendgetränk. Es schmeckt nach Hagebutte, Honig und Hibiskus und enthält ebenfalls Koffein. Durch die Nutzung der gesamten Frucht wird die Wertschöpfung für den Farmer deutlich erhöht – eine Form der Nachhaltigkeit, die zudem noch fantastisch und einzigartig schmeckt!


Nachhaltige Filter: Papier, Metall oder Stoff – was ist besser?

25. September 2025

Papierfilter liefern den klarsten Geschmack, produzieren aber Müll. Metallfilter sind langlebig, lassen aber mehr Öle und Sediment durch, was für einen volleren Körper sorgt. Stofffilter aus Bio-Baumwolle sind ein genialer Kompromiss: Sie liefern einen klaren Geschmack und sind viele Male wiederverwendbar. Unser Tipp für Papiernutzer: Auch wenn es unökologisch klingt: Greife zu gebleichten Filtern für einen optimalen Geschmack und spüle sie vor dem Benutzen kurz mit heißem Wasser aus.


Frauen im Kaffeeanbau: Die Rolle der IWCA

08. Oktober 2025

Frauen leisten einen Großteil der Arbeit auf den Plantagen, haben aber oft keinen Zugang zu eigenem Land. Organisationen wie die International Women’s Coffee Alliance (IWCA) ändern das nachhaltig. Sie stärken Frauen in der gesamten Lieferkette durch Bildung und faire Bezahlung. Kaffees, die explizit von Frauen-Kooperativen stammen, unterstützen diese soziale Gerechtigkeit direkt und fördern die Unabhängigkeit der Farmerinnen.


Klimawandel: Wie steigende Temperaturen den Anbau bedrohen

22. Oktober 2025

Steigende Temperaturen und unberechenbare Regenfälle setzen den Kaffeepflanzen massiv zu. Schädlinge breiten sich in immer höhere Lagen aus. In 30 Jahren könnten viele heutige Anbauflächen verschwunden sein. Nachhaltiger Konsum und die Unterstützung von Forschung für widerstandsfähige Sorten sind heute wichtiger denn je, damit wir auch in Zukunft noch die Vielfalt des Kaffees in unseren Tassen genießen können.



Geschichte & Kurioses

Die Entdeckung: Die Legende von den tanzenden Ziegen

05. November 2025

Die Legende besagt, dass ein Hirte namens Kaldi in Äthiopien beobachtete, wie seine Ziegen nach dem Verzehr roter Kirschen eines Strauches wild herumsprangen. Neugierig probierte er selbst und spürte die belebende Wirkung. Ein Mönch verarbeitete die Kirschen schließlich zu einem ersten Aufguss, um bei den langen Nachtgebeten wach zu bleiben. Von diesen bescheidenen Anfängen in Ostafrika aus begann der Siegeszug des Kaffees um die ganze Welt.


Wiener Kaffeehauskultur: Ein Weltkulturerbe zum Genießen

19. November 2025

Im Wiener Kaffeehaus geht es nicht um schnelles Koffein, sondern darum, "Zeit und Raum zu verzehren". Die Tradition der Marmortische, der Zeitungen und des obligatorischen Glases Wasser ist seit 2011 offizielles UNESCO-Kulturerbe. Hier wurde Weltgeschichte geschrieben und philosophiert. Es ist ein Ort der Entschleunigung, an dem man bei einer einzigen Tasse Kaffee stundenlang verweilen darf – ein Kontrastprogramm zu unserer heutigen Schnelllebigkeit.


Der teuerste Kaffee: Was es mit Kopi Luwak auf sich hat

05. Dezember 2025

Kopi Luwak wird aus den Exkrementen von Schleichkatzen gewonnen. Was als Kuriosität begann, führt heute leider oft zu Tierquälerei in engen Käfigen. Zudem schmeckt dieser Kaffee oft flach, da die Katzen in Gefangenschaft nicht die besten Kirschen selektieren können. Wir setzen lieber auf ehrliche Handarbeit, Transparenz und echte Qualität statt auf fragwürdige Trends, die zulasten des Tierwohls und des eigentlichen Geschmacks gehen.


Kaffee-Mythen: Dehydriert Kaffee den Körper wirklich?

20. Dezember 2025

Gute Nachrichten für alle Vieltrinker: Nein, Kaffee entzieht dem Körper kein Wasser! Er zählt voll zu deiner täglichen Flüssigkeitsbilanz. Er hat zwar einen kurzfristig harntreibenden Effekt, aber der Körper gewöhnt sich bei regelmäßigem Konsum sehr schnell daran. Das Glas Wasser zum Kaffee ist also ein wunderbarer Service für den Gaumen und zur Neutralisierung der Geschmacksknospen, aber medizinisch gesehen nicht notwendig, um einen Flüssigkeitsverlust auszugleichen.


Second Wave vs. Third Wave: Die Entwicklung der Kaffeekultur

15. Januar 2026

First Wave war der Einzug von Instant-Kaffee in die Haushalte. Second Wave brachte durch Ketten den Espresso-Genuss in den Alltag. Wir befinden uns jetzt mitten in der Third Wave: Kaffee wird wie Wein als handwerkliches Agrarprodukt geschätzt. Maximale Transparenz, individuelle Röstprofile und die tiefe Wertschätzung für die Arbeit des Farmers stehen heute im Fokus. Es ist die beste Zeit, um ein Kaffeeliebhaber zu sein und die unglaubliche Vielfalt zu entdecken!