Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Kaffee und Kakao mit Sinn
2 Tassen Café Kogi retten 1 qm Urwald
Immer frisch geröstet
Kogi Kaffee exklusiv bei uns!
Hotline 0221 - 94 65 93 02

Wie alles begann...

Die Geschichte von Urwaldkaffee

Von Oliver Driver: Eine Reise zum Herzen der Welt


1. Wie alles begann: Ein Geflecht aus Zufällen

Im Oktober 2013 saß ich in meinem Büro und beschäftigte mich mit Dragon Dreaming von John Croft – einem Weg, der Menschheit dienende Projekte erfolgreich zu machen. Während ich nach nachhaltigen Themen googelte, stieß ich auf das Profil einer Frau namens Tina, das mich sofort interessierte. Ich schrieb ihr eine Kontaktanfrage, obwohl ich mit Kaffee damals außer der täglichen Tasse nichts zu tun hatte. Am selben Abend meldete ich mich für ein Treffen der Kölner Gruppe „Art of Hosting“ an. In der Vorstellungsrunde stellte sich heraus: Tina war ebenfalls da. Was für ein Zufall! Vielleicht bestand der einzige Sinn dieses Treffens darin, dass Tina lernte, wo meine Interessen liegen.

Eine Woche später leitete sie mir eine Mail weiter: Mitarbeiter von Fairtrade in Bonn luden zu einem Treffen mit drei Kolumbianern ein – einer davon ein Kogi. Zu diesem Zeitpunkt waren die Kogi berühmt-berüchtigt für ihre Abgeschiedenheit und geheimnisvolle Fähigkeiten. Ich hatte bereits zwei Bücher über sie gelesen und wollte diese Schamanen unbedingt treffen. Wenn man 2013 im Internet suchte, stieß man auf Gerüchte über telepathische Fähigkeiten und vieles mehr. Grund genug für mich, nach Bonn zu fahren.

2. Das Erscheinen der Mámus

In einem Raum bei Fairtrade erschien Máma José Gabriel mit zwei Begleitern. Sie zeigten einen Film über ihr Kaffeeprojekt und erklärten uns die Botschaft der „Hüter der Erde“. Wenn ein Kogi spricht, nimmt er sich Zeit; die Erklärungen dauern oft minutenlang, was jeden Übersetzer fordert. Sie schenkten Kaffee aus – er schmeckte gut, doch ich hatte damals keine Ahnung von Anbau oder Qualität. Da mein Spanisch eingerostet war, brauchte ich exklusiv einen Dolmetscher.

Als „alter Schamane“ wollte ich mehr wissen. Die drei waren ohne festen Plan von Kolumbien zur ANUGA-Messe geflogen, um Partner zu finden. Sie sprachen mit den Großen der Branche – Tchibo, Darboven, Gepa –, doch es gab Hürden: Die Kogi hatten nicht vor, klassische Bio- oder Fairtrade-Siegel zu erfüllen. Ihre Haltung war klar: „Wir leben seit Jahrhunderten im Einklang mit der Natur. Ihr aber ruiniert die Erde. Warum sollten wir uns von euch zertifizieren lassen?“

Fasziniert von diesem Charisma und einer Portion Abenteuerlust, ging ich am Ende des Abends nach vorne und sagte: „Ich will mitmachen.“ Die Kogi waren reserviert – Freundschaften schließen sie nur vorsichtig. Dennoch schenkten sie mir das letzte Paket Rohkaffee und luden mich in die Sierra Nevada de Santa Marta ein.

3. Eine Reise in die Vergangenheit und die eigene Seele

Zuerst versuchte ich, die Dinge aus der Ferne zu klären, doch immer wieder hieß es: „Du musst hierher kommen. Nur dann kannst du verstehen!“ Im Januar 2014 begann meine Reise. Rückblickend war es kein Zufall: Schon 17 Jahre zuvor wollte ich als Backpacker zur „Ciudad Perdida“, der verlorenen Stadt, doch die gefährliche Lage durch Guerilla und Paramilitärs verhinderte das damals. Erst 2014 schloss sich der Kreis. Ich fand sogar alte Buchfragmente von mir über ein sagenumwobenes Volk in den Bergen – ich hatte sie völlig vergessen. Offensichtlich wollte das Schicksal es so.

In Santa Marta angekommen, ging es sechs Stunden per Auto und weitere sechs Stunden zu Fuß in die Berge. Ich kam an die Grenzen meiner Belastbarkeit. In einem Dorf der Kogi erwachte ich schließlich in einer anderen Welt. In diesen Tagen verstand ich: Man kann die Kogi nicht verstehen, ohne Teil ihres Lebens gewesen zu sein. Ich hatte das Glück, bei einem Treffen von über einhundert weiß gekleideten Mámus dabei zu sein, die sich mit Alúna, dem Ursprung der Schöpfung, verbanden.

4. Yulúka: Das Gesetz des Gleichgewichts

In der Sierra Nevada leben die Kogi wie vor Hunderten von Jahren. Fast alle Männer sind mit ihrem Poporro beschäftigt – einem ausgehöhlten Kürbis mit Kalk, der mit gerösteten Kokablättern gekaut wird. Er ist das Symbol des Erwachsenseins und der Einheit von Männlichem und Weiblichem. Die während des meditativen Kauens geformte Schicht am Kürbishals ist für sie die Materialisation ihrer Gedanken.

Ich war dort, um zu prüfen, ob ich der Richtige für das Projekt „Café Kogi“ bin. Die Kogi fragten sich: „Ist dieser Deutsche spirituell genug?“ Ich fühlte mich wie bei einem Vorstellungsgespräch in einer Welt, deren Regeln ich erst lernen musste. Besonders beeindruckend ist die Ausbildung der Mámus: Einige verbringen die ersten 18 Jahre in Dunkelheit, um sich mit der unsichtbaren Welt der Spirits zu verbinden. Wenn sie das erste Mal das Sonnenaufgangslicht sehen, wird ihnen gesagt: „Es ist so wundervoll, du musst es beschützen!“ Alles Wissen – von Kosmologie bis Naturwissenschaft – dient diesem einen Zweck: dem Schutz der Mutter Erde.

5. Die Weisheit der Gemeinschaft

Im Nu-hué, dem Weltenhaus, sitzen die Kogi nachts am Feuer und besprechen alle anfallenden Themen. Ihr System der Entscheidungsfindung ist faszinierend: Es geht nicht darum, die eigene Meinung vehement zu vertreten, sondern die der anderen zu verstehen. Im Schutze der Dunkelheit suchen sie die gemeinsame Lösung. Zum Abschluss fasst ein Ältester die kollektiven Gedanken zusammen. Doch eine Entscheidung ist erst gültig, wenn sie durch Divination (Weissagung) in Alúna „abgesegnet“ wurde. Dabei betrachten sie Wasserblasen in einer Kürbisschale, um die Antwort der geistigen Welt zu lesen.

Die Kogi bezeichnen sich als die „Älteren Brüder“ – wir sind die „Kleinen Brüder“. Sie wissen, dass jeder Kontakt mit uns – egal wie gut gemeint – eine Intervention in ihr Leben ist. Je mehr sie mit unserer Zivilisation in Berührung kommen, desto mehr fühlen sie sich „infiziert“. Deshalb sind weite Teile der oberen Sierra für Außenstände gesperrt. Ihre Botschaft an uns ist jedoch klar: „Wir beschützen dieses Gebirge, um die Welt zu retten. Der Kleine Bruder zerstört sie durch Gier. Helft uns, das Herz der Welt wieder zurückzuerhalten!“

6. Ein Kaffee, der verbindet

Die Heilkunst der Kogi basiert auf dem Gleichgewicht. Krankheit ist ein Zeichen dafür, dass Yulúka gestört wurde. Als ich Máma Jacinto von meinen Rückenproblemen erzählte, fragte er nicht nach dem Wirbel, sondern nach dem Ereignis, das mich aus dem Gleichgewicht geworfen hatte. Die Heilung war eine einfache, aber tief bewegende Zeremonie an einem heiligen Platz. Mein Rücken wurde besser, doch was blieb, war die tiefe Achtung vor dieser Kultur.

Im Herbst 2014 kam Máma José Gabriel nach Deutschland. Wir sprachen beim Weltkongress für Ganzheitsmedizin und bei der UNESCO. Wir gründeten die Organisation „kalashe“ (Vater/Ahne des Waldes), um die Interessen der Kogi im deutschsprachigen Raum zu vertreten. Café Kogi ist mehr als nur ein Getränk – er ist ein Symbol für die Zusammenarbeit, ein Bindeglied zwischen den Völkern und ein täglicher Weckruf, dass wir alle für das Gleichgewicht unserer Erde verantwortlich sind.

Fortsetzung folgt...


💡 Möchtest Du noch tiefer gehen?

Diese Reise ist erst der Anfang. Entdecke in unserer Kategorie „Über die Kogi“ weitere Hintergrundberichte, Videos von unseren Besuchen und exklusive Einblicke in die spirituelle Arbeit der Mámus. Gemeinsam können wir dazu beitragen, das Herz der Welt zu schützen.


💡 Erfahre noch mehr über uns

Wenn Du tiefer in die Details meiner Reisen oder das Wissen der Mámus eintauchen möchtest, findest Du in unserer Kategorie Gute Bücher und in den Hintergrund-Videos ausführliche Berichte und Dokumentationen. Nimm Dir Zeit – genau wie die Kogi es beim Sprechen tun.